Compostation
Die Floating Compostation ist ein Ort, an dem sich Verfall und Erneuerung, die elementaren Prozesse der Bodenbildung, in einer gemeinsamen und freudigen Aktion und Struktur manifestieren.
Innerhalb der leichten Holzkonstruktion werden verschiedene organische Materialien, gesammelt und gelagert, die oft als „Abfall“ bezeichnet werden: Küchenreste, frischer und trockener Grünschnitt, Papier sowie Holzspäne. All diese Materialien fallen im Laufe eines Sommers auf dem Floating-Gelände an. Sobald alle Sammelboxen gefüllt sind, ist es Zeit, gemeinsam zu kompostieren. Die Reste werden sorgfältig gemischt und direkt auf dem Boden in der Nähe zu einem etwa 1 m³ großen Komposthaufen aufgeschichtet. So entsteht ein sogenannter Heißkompost, in dem sich Mikroorganismen als zentrale Akteure des Kompostierungsprozesses vermehren und innerhalb von drei bis sechs Monaten fruchtbaren Boden entstehen lassen.
Die Grundstruktur der Compostation wurde gemeinschaftlich während eines fünftägigen Workshops errichtet. Die Teilnehmenden waren eingeladen, über die Notwendigkeit der Bodenbildung nachzudenken und zugleich Gestaltungsideen zu entwickeln und umzusetzen, die auf die Besonderheiten des Ortes und die zukünftige Nutzung der Station reagieren. Die Gestaltung und Umsetzung der Compostation erfolgte als kollektiver Prozess, organisiert von spätispäti collective und DIE BODEN SCHAFFT.
Bei Floating verstehen wir Kompostieren als einen Moment des Zusammenkommens und der gemeinsamen Auseinandersetzung mit den organischen Reststoffen des Geländes. Die Compostation macht die verschiedenen Phasen des Heißkompostierens sichtbar und erfahrbar und ermöglicht so Besucher:innen sowie Vereinsmitgliedern einen direkten Zugang zu diesem Prozess.
2022 führte Floating e.V. Analysen der Heißkomposte aus den Jahren 2021 und 2022 durch. Dabei zeigte sich, dass der selbst hergestellte Kompost weniger belastet ist, als die vorhandenen Böden auf dem Gelände. Seit 2021 untersucht Floating e.V. kontinuierlich die Belastung von Boden und Wasser sowie die Entwicklung des lokalen Ökosystems. Diese fortlaufende Datensammlung hilft dabei, die Auswirkungen der eigenen Aktivitäten auf den Ort besser zu verstehen.
Die Heißkompostierung findet in der Regel zwischen Mai und Oktober statt: in den Monaten, in denen Floating geöffnet ist und die Aktivitäten auf dem Gelände ausreichend Garten- und Küchenreste für die Kompostierung erzeugen.