Touren und Kurse 2026 und 2027

Kompostierung und Bodenarchitektur am Regenwasserrückhaltebecken

Sa, 30.Mai 2026 | 15 – 18 Uhr
Leitung: Martina Kolarek – Bodenwissenschaftlerin und Künstlerin, DIE BODEN SCHAFFT
Kosten: 5 Euro

Seit 4 Jahren wird im Regenrückhaltebecken des Tempelhofer Flughafens kompostiert, um die Bodenqualität zu verbessern und die Biodiversität zu erhöhen. Welche Lebewesen beteiligen sich daran und wie können gesellschaftliche Akteur*innen wie der Floating e.V. sie bei ihrer Arbeit unterstützen?

Mit ihrer langjährigen Initiative DIE BODEN SCHAFFT setzt sich die Bodenwissenschaftlerin Martina Kolarek für eine bessere Bodenkultur ein. In dieser interaktiven Tour über das Gelände zeigt sie die Ergebnisse der praktischen Arbeiten an der Floating University. Wir lernen die unterschiedlichen Böden, ihre Architektur und ihre Bewohner:innen persönlich kennen und diskutieren mit Ihnen unsere aktuellen Möglichkeiten, diese wertvollen Lebensräume zu erhalten und nachhaltig zu entwickeln.

 

Die Rettung von Saatgut – Umweltpflege und biokulturelle Erinnerungspraktiken

Sa, 10. Oktober 2026 | 15 – 18 Uhr
Leitung: Adriana Gahona Miranda – Architektin und Vermittlerin
Kosten: 5 Euro
Der Workshop ist in Englischer Lautsprache mit Deutscher Übersetzung

In diesem praktischen Workshop werden wir die tiefe Verbindung zwischen Samen, Menschen und dem Planeten erforschen. In der Floating University lernen wir gemeinsam die traditionellen Methoden kennen, mit denen Gemeinschaften über Generationen hinweg Saatgut gepflegt, ausgewählt und weitergegeben haben. Diese Praktiken sind der Schlüssel zum Schutz unserer Lebensmittel, unserer Umwelt und unserer kulturellen Wurzeln. Wir werden auch darüber nachdenken, wie die heutige industrielle Landwirtschaft dieses Wissen bedroht, und die Rolle der Saatgut-Retter*innen entdecken – Menschen, die die Vielfalt des Saatguts und die Geschichten, die es trägt, liebevoll schützen.

 

Biodiversität und Gärtnern in der Floating University

Sa, 22 Mai 2027 | 15 – 18 Uhr
Leitung: Adriana Gahona Miranda – Architektin und Vermittlerin
Kosten: 5 Euro
In Englischer Lautsprache mit Deutscher Übersetzung

Das Gelände des Kreuzberger Rückhaltebeckens ist ein Zufluchtsort für Lebensformen, die aus dem städtischen Umfeld oft ausgeschlossen sind. Die Vielfalt an Pflanzen, Vögeln, Insekten und kleinen Wirbeltieren ist bemerkenswert und schafft eine einzigartige Biodiversität in einer städtischen Landschaft. Die Arbeitsgruppe Floating Gardens der Floating University widmet sich der Pflege harmonischer Beziehungen zwischen Menschen und nicht-menschlichen Lebensformen, um zu einer größeren biologischen Vielfalt in der Stadt beizutragen.

In diesem Workshop werden wir das einzigartige Ökosystem des Regenwasserbeckens erkunden. Wir werden uns über ökologische Praktiken austauschen, die zur Stärkung der biologischen Vielfalt vor Ort eingesetzt werden, wie z. B. die Förderung natürlicher Pflanzenallianzen, die Unterstützung einer insektenfreundlichen Flora und das Verständnis der Rolle von Wildpflanzen bei der Regeneration von Ökosystemen. Wir werden die Gartensaison mit einer gemeinsamen Aussaat-Aktion eröffnen und unser Treffen mit einem Saatguttausch beenden, um die Artenvielfalt in der Stadt zu verbreiten.

 

Von den Weinbergen zum Sammelbecken – Die Geschichte des Regenrückhaltebeckens Kreuzberg

Sa, 29. Mai 2027 | 15 – 18 Uhr
Leitung: Ute Lindenbeck – Scenografin und Vermittlerin
Kosten: 5 Euro
Der Workshop ist in Deutscher Lautsprache, einzelnes Übersetzen in Englisch ist möglich

Dieser Workshop ist eine gemeinsame Tour zu einem besonderen Ort in der Stadt. Das Regenrückhaltebecken vom ehemaligen Flughafen Tempelhof ist ein technisches Bauwerk, in dem sich über die Jahre ein wichtiges Wasserökosystem angesiedelt hat. Seit 2018 schafft die Floating University hier einen Ort zum Lernen, Forschen und Ausprobieren und entwickelt Geschichten, die das gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen, Tieren und Pflanzen in der Stadt erzählen. In dieser geführten Tour beobachten wir das Zusammenspiel von Ökosystem und Stadt und fragen uns: Welche Geschichten erzählen uns Orte wie dieser – und welche möchten wir in die Zukunft tragen?

Wir lernen die historischen und aktuellen Nutzungen des Geländes kennen und diskutieren widersprüchlichen Zukunftspläne, die das Gebiet entwickeln sollen. Welche Rolle kann unser Einsatz als Nachbarn und Nachbarinnen dabei spielen und was bedeutet es, sich Räume in der Stadt anzueignen – nicht als Besitz, sondern in Verbundenheit mit ihrer Vergangenheit und ihren Nicht-Menschlichen Bewohnern?

 

BILDUNGSZEIT: Wasser, Boden und Ressourcen in Berlin

Di, 1. Juni – Fr, 4. Juni 2027 | 9 – 16 Uhr und 9 – 13 Uhr (Fr)
Conductor: Ute Lindenbeck – Scenographer and Mediator and Martina Kolarek – Soil-Scientist and Artist
Kosten: ca. 40 Euro (Informationen folgen)
Der Workshop ist in Deutscher Lautsprache, einzelne Übersetzungen in Englisch möglich

In großen Städten wie Berlin ist das Regenwasser meistens unsichtbar. Trotzdem sind wir tagtäglich darauf angewiesen. Unser Trinkwasser stammt größtenteils aus Grundwasser im Stadtgebiet, das durch Regen gespeist wird. Bleibt dieser aus, gerät die Wasserversorgung unter Druck. Bei Starkregen hingegen stößt die Kanalisation an ihre Grenzen, mit giftigen Folgen für Flüsse und Kanäle. Regen ist lebenswichtig, doch im städtischen Alltag kaum präsent. In diesem Bildungszeitseminar in Kooperation mit dem Floating e.V. begeben wir uns auf eine interaktive Entdeckungsreise: informativ, forschend, kritisch und utopisch. Wir nähern uns dem Regenwasser und dem Boden als Lebensquelle und städtische Herausforderung, mit allen Sinnen und Blickrichtungen.

Tag 1, Wasser sehen, hören, fühlen
Wir starten in der Floating University in Berlin-Kreuzberg. Im Regenwasserrückhaltebecken hat sich ein Wasserökosystem entwickelt, mitten in der Stadt. Wir begegnen Amphibien, Algen und Kleinstlebewesen und reflektieren über unseren eigenen Wasserverbrauch in Zeiten globaler Wasserknappheit. Mit künstlerischen und forschenden Methoden nähern wir uns dem Konzept der „Schwammstadt“, einer Stadt, die Wasser nicht ableitet, sondern speichert.

Tag 2: Der Boden ist der Schwamm
In einer Schwammstadt soll das Wasser vor allem im Boden gespeichert werden. Welche Böden gibt es an der Floating University und wie können sie das Regenwasser unterschiedlich speichern? Das werden wir mit wissenschaftlichen Methoden selbst herausfinden. Am Nachmittag besuchen wir einen Ort in Berlin, wo das Konzept Schwammstadt bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Was können wir von den Pflanzen, Tieren, Menschen und Mikroben dort lernen?

Tag 3, Den verborgenen Pfuhlen folgen
Wir folgen den Spuren des Regenwassers unterhalb des Tempelhofer Feldes und entdecken alte Toteisseen, Überbleibsel der Eiszeit, gespeist durch Grund- und Regenwasser. Doch sie sind gefährdet: Sinkende Grundwasserspiegel und versiegelte Flächen lassen sie austrocknen. Gemeinsam erkunden wir neue Versickerungs-Ansätze wie in der „Malzfabrik“. Was braucht es, um alte Pfuhle zu retten und neue Wasserorte zu schaffen?

Tag 4, Wasserwerke, Wandel und Visionen
Zum Abschluss reisen wir zum Ökowerk im Grunewald, dem Standort eines der ersten Berliner Wasserwerke. Hier blicken wir zurück auf die Technikgeschichte der städtischen Wasserversorgung und nach vorn auf mögliche Szenarien in der Zukunft. Was braucht Berlin, um als Schwammstadt erfolgreich dem Klimawandel zu begegnen? Welche Initiativen gibt es schon, und welche können entstehen? Wir schließen das Seminar mit einer gemeinsamen Vision: Wie könnte ein Berlin aussehen, das mit dem Regen lebt?