BiberAmt

Für ein bibernahes Berlin

Ein Amt, das sich mit der Frage auseinandersetzt, was es bedeutet, in einer von Wasser, Wildheit und Bibern geprägten Stadt zu leben. Das „BiberAmt” ist eine spekulative öffentliche Behörde. Sie untersucht, was es bedeutet, in einem Berlin zu leben, in dem Wasser zurückgehalten statt abgeleitet wird, in dem Feuchtgebiete sich ausdehnen dürfen und in dem Biber Teil des städtischen Alltags sind.

Die Besucher:innen sind eingeladen, im Amt als temporäre Aushilfe mitzuwirken. Sie finden offene Akten und laufende Verwaltungsaufgaben vor, die sich auf überflutete Wege, Lebensraum Konflikte, angeknabberte Bäume und ähnliche Situationen beziehen. Sie können Akten einsehen, Karten mit Anmerkungen versehen, mögliche Maßnahmen diskutieren, eingehende Post sortieren oder die tägliche Arbeit des Amtes miterleben.

Neben den Arbeitsalltag im BiberAmt, wird es auch eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen -The Wet, The Wild, and The Weird – geben, bei denen Besuchende, Forschende, Fachleute und Künstler*innen zusammenkommen, um bestimmte Fragen zu erörtern, die sich aus der laufenden Arbeit der Behörde ergeben.

Teils Arbeitsplatz, teils Archiv, teils Kunstinstallation und teils öffentliche Schnittstelle: Das BiberAmt lädt Besucher dazu ein, eine Institution zu betreten, die lernt, mit mehr Wasser, mehr Wildtieren und einer größeren ökologischen Komplexität zu leben.

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine einfache Idee: Viele Umweltbedingungen lassen sich nicht vollständig kontrollieren, optimieren oder lösen. Sie müssen stattdessen beobachtet, interpretiert, verhandelt und im Laufe der Zeit gesteuert werden. Das Ziel von BiberAmt besteht daher nicht darin, Probleme zu lösen, sondern zu untersuchen, was es bedeuten könnte, das Zusammenleben unter Bedingungen teilweiser Kontrolle aufrechtzuerhalten.

Die Fälle basieren auf Gesprächen mit Forscher:innen, Planer:innen, Umweltorganisationen und Behörden, die sich mit Bibern, Stadtökologie, Wasserrückhaltung und Berlins Wandel zur „Schwammstadt” beschäftigen. Gemeinsam zeichnen sie die oft chaotischen und vieldeutigen Realitäten des Lebens mit ökologischen Veränderungen nach.

Indem das Büro einen Raum schafft, in dem die Methoden und Logiken der Wasserrückhaltung von Bibern und Menschen zusammengeführt werden, regt es zum Nachdenken darüber an, was nicht nur in Zukunft möglich sein könnte, sondern was bereits vor Ort geschieht. Anstatt Anpassungs- und Minderungsmaßnahmen vorwegzunehmen, zeigt das BiberAmt, dass sich Berlin verändert hat und sich weiterhin verändert.

Das Projekt wird von Johannes Stripple und Pauline Münch in Zusammenarbeit mit der Floating University Berlin und dem Designstudio Feral Malmö im Rahmen des von „Horizon Europe“ geförderten NATURESCAPES-Projekts entwickelt.

Öffnungszeiten

6.–20. August 2026

Mi–Sa 16:00–20:00 Uhr
Sonntags 14:00–18:00 Uhr

Kommen Sie als temporäres Mitglied des Teams vorbei. Sehen Sie sich Akten an. Sortieren Sie die Korrespondenz. Nehmen Sie Stellung zu überfluteten Wegen, angeknabberten Bäumen, Lebensraum Konflikten und unklaren Zuständigkeiten – oder schauen Sie einfach auf einen Kaffee vorbei.

Public Programming

Eröffnung: Donnerstag, 6. August, 16:00 – 20:00
Das BiberAmt öffnet seine Türen und lädt alle Interessierten ein, als kurzfristige Aushilfskräfte im Büro mit anzupacken.

18:00 Pizza from Tischlein Deck Dich
Bar open

 

The Weird & Pub Quiz: Thu Aug 13th 17:30 – 20:00
17:30-18:30 Zine Workshop Tracing the pasts, presents, and futures of Berlin’s beaver history, the agency will create a collective zine — asking what happens when the city’s borders are drawn not only by geography and politics, but by unruly ecologies as well.

19:00 – 20:00 ‘That Dam Pub Quiz’

 

The Wet: Friday 14th Aug 12:00 – 17:00 (*Biber Amt holds regular office hours 16:00-20:00)The agency turns attention to water: what retention, flooding, and saturation actually look and feel like for a Sponge City.

12:00 – 14:00 Wuhle-Walkshop Join an explorative walk tracing Berlin’s water retention and beaver activity on the river Wuhle.
Meeting point: Wuhle Café (at Wuhletal S-Bahn Station) Location on Google Maps
The walk will cover 3 km.

16:00-17:00 Back at the floating university in the BiberAmt, we take time to reflect on our fieldwork, processing, filing, and sorting our experiences. Bar open for refreshments. All participants are welcome!

 

The Wild: Sun Aug 16th 17:00 – 21:30
Through artistic interventions, the workshop asks what it means to share urban space with trees, beavers and other species reshaping Berlin?

17:00–19:00 — A Soft Map of the Floating Trees Workshop with Cleo Wächter

Gently bending tools of bureaucracy into means for noticing, tracing, and connecting, this session will explore the relationships between trees, water and sensemaking. Chipping away beyond quantitative categories, we will create a collective soft cartography of floating trees for BiberAmt’s Archives.

20:00–21:00 — Beavers in Paradise
Open-air film screening

Followed by Q & A with Jonny Turnbull and Dr. Dr Sean McCormack (Elan Beaver Project).

The film follows the Ealing Beaver Project, London’s first fully accessible urban beaver reintroduction site, dedicated to bringing people closer to nature.

 

Closing: Thursday August 20th 18:00 – 21:30
An institution closes its doors. Part office, part installation, part something harder to name. Step inside and see what is next. The program will include multispecies soundscape, and performance.

Das BiberAmt ist Teil des durch Horizon Europe geförderten Projekts NATURESCAPES. NATURESCAPES untersucht Synergien und Zielkonflikte zwischen naturbasierten Lösungen innerhalb von Landschaften sowie ihr transformatives Potenzial für Klima, Natur und Gerechtigkeit.

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101084341 gefördert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autor:innen und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können für sie verantwortlich gemacht werden.