Verdeckte Fäden
Das Projekt „Verdeckte Fäden“ widmet sich einem weitgehend verdrängten Kapitel Berliner Geschichte: dem KZ Columbia und den großen Lagern für Zwangsarbeiter*innen auf dem heutigen Tempelhofer Feld. Durch Zerstörung, Flughafennutzung und die anhaltende Diskussion um eine Bebauung wurden historische Spuren ausgelöscht und ein kollektives Gedenken verhindert.
Das Projekt versteht diese Leerstelle als historischen und gesellschaftlichen Auftrag. In einem partizipativen Prozess verknüpfen wir Geschichten von individuellen Schicksalen mit gemeinschaftlicher Erinnerung und künstlerischem Ausdruck. Aufbauend auf ersten Recherchen laden wir Nachbar*innen und Initiativen ein, Objekte, Geschichten und Bilder zum Tempelhofer Feld zu teilen. Gemeinsam mit Künstler*innen der Thikwa-Werkstätten, ukrainischen Familien aus der Gemeinschaftsunterkunft Columbiadamm und den Künstlerinnen von Kollektiv Sticken entstehen erste textile Arbeiten, die auf diese Fundstücke reagieren. So fließen textile Traditionen und Handwerkstechniken aus unterschiedlichen Kontexten in die Arbeit ein.
In weiteren offenen Werkstätten in der Floating University werden Geschichten und Textiltechniken weitergegeben und individuelle Collagen gefertigt.
Zum Abschluss werden die Werke als textile Karten und Standarten an frei gewählten Orten gezeigt und bei einer großen Protest-Parade über das Tempelhofer Feld präsentiert. Sie bleiben als dauerhafte Installation in der Floating University verankert – als Raum des Erinnerns, Zuhörens und solidarischen Weiterfragens.
Kontakt: ncp@floating-berlin.org
Workshop 1: Spurensuche
Spuren von Zwangsarbeit und dem KZ Columbia in der Nachbarschaft
Für die Rüstungsproduktion benutzte die Telefunken AG den als Bunker präparierten Keller und setzte Zwangsarbeiter*innen ein.
Ausstellungen
Gedenk-Orte in Berlin zu Zwangsarbeit und zum Columbia-Haus für Recherche und Bildung
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Britzer Straße 5 | 12439 Berlin
Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin erinnert an das Schicksal der über 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs im Deutschen Reich als Zwangsarbeiter:innen ausgebeutet wurden. Es befindet sich am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeitslagers.
Dokumentationszentrum Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8 | 10963 Berlin
Zwischen 1933 und 1945 befand sich an der Stelle des heutigen Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ das Hauptquartier des nationalsozialistischen Sicherheits- und Überwachungsapparats. Im Jahr 1933 ließ die Geheime Staatspolizei im Keller des Südflügels der Kunstgewerbeschule ein „Hausgefängnis“ errichten, das in erster Linie für politische Gefangene bestimmt war. Insgesamt durchliefen rund 15.000 Gefangene dieses Gefängnis, und in den Gestapo-Büros kam es regelmäßig zu Folter.
Gedenkort SA Gefängnis PapestraßeWerner-Voß-Damm 54 a | 12101 Berlin
Der Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße ist der einzige historische Ort des frühen NS-Terrors in Berlin, in welchem sich noch Spuren aus dem Jahr 1933 finden lassen. In dem ursprünglich für die Preußischen Eisenbahnregimenter erbauten Kasernengebäude befand sich von März bis Dezember 1933 ein frühes Konzentrationslager unter Führung der SA.
Kiez Aktiv: Bockbrauerei
Bockbrauerei | Fidicinstraße 3 | 10965 Berlin
Im Keller der ehemaligen Bock-Brauerei setzte die Telefunken AG zwischen Dezember 1944 und April 1945 Zwangsarbeiter in ihrer Rüstungsfabrik ein, um Elektronenröhren für das Militär herzustellen. Die Initiative organisiert historische Führungen durch den Keller.
Mehr Informationen und Termine für Touren
THF Tower: Lufthansa. Berlin-Tempelhof 1926–1945
THF TOWER | Tempelhofer Damm 45 | 12101 Berlin
Die Ausstellung „Lufthansa. Berlin-Tempelhof 1926–1945. Zwischen ziviler und militärischer Luftfahrt“ beleuchtet die Geschichte der Lufthansa an ihrem ehemaligen Heimatflughafen von 1926 bis 1945 und wirft einen kritischen Blick auf die Anfangsjahre des Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen die komplexen Verflechtungen zwischen Luftfahrt, Staat, Industrie und Militär, einschließlich des Einsatzes von Zwangsarbeitern am Flughafen Tempelhof.