Spatial Experiments 2022

Solidarisches Zusammenleben im urbanen Transformationsprozess

Living together in solidarity in the urban transformation process

Eine Suche nach artenübergreifenden Ausdrucksweisen im Regenwasserrückhaltebecken vom Tempelhofer Feld

In diesem Jahr haben wir im Rahmen unserer Spatial Experiments auf die Suche gemacht nach Impulsen und Humus für das solidarische Zusammenleben der Arten in der wachsenden Stadt von morgen. Seit 2018 koexistieren im Becken Algen, Pilze, Menschen, Habichte und Schilf – nicht menschliche und menschliche Lebewesen. Die wachsende Stadt der Zukunft braucht Orte für nicht menschliche und menschliche Lebewesen in solidarischen Beziehungen fern von dem bestehende Protokoll der Kommodifizierung für Grünflächen in der Stadt. Artenübergreifend braucht es abwechslungsreichen spontanen Stadtraum in Kohexistenz mit der gebauten Umgebung, die eine Einladung für diverse Spezien sein kann und dazu beitragen kann bestehende und neue Habitate zu verhandeln und zu gründen.

Das in drei Phasen angelegte Projekt Jahr der „Spatial Experiments“ begibt sich auf die Suche nach solidarischen Formen des Zusammenlebens von menschlichen und nichtmenschlichen Akteur*innen in einer sich wandelnden Stadt, die vor komplexen Herausforderungen der Zukunft steht.

A search for cross-species modes of expression in the rainwater retention basin of Tempelhofer Feld

This year, as part of our spatial experiments, we set out in search of impulses and humus for the solidary coexistence of species in the growing city of tomorrow. Algae, fungi, humans, hawks and reeds have coexisted in the basin – non-human and human creatures. The growing city of the future needs places for non-human and human creatures in solidary relationships far from the existing protocol of commodification for green spaces in the city. Cross-species, diverse spontaneous urban space in coexistence with the built environment is needed, which can be an invitation for diverse species to negotiate and establish existing and new habitats. The three-phase project Year of Spatial Experiments is a search for solidary forms of coexistence between human and non-human actors in a changing city facing complex challenges for the future.

PHASE 1

Observationslabor für andere Lebensformen

In der ersten Phase wurde das Regenrückhaltebecken zu einem Feldlabor für einen interdisziplinären Forschungsansatz. Bestehende und neue Lebensformen/Akteure werden entdeckt, beobachtet, ihre Verflechtungen, Interdependenzen und Synthesen werden hinterfragt.

Observation laboratory for other life forms

In the first phase, the stormwater retention basin became a field laboratory for an interdisci- plinary research approach. Existing and new forms of life/actors are discovered, observed, their interconnec- tions, interde- pendencies and syntheses are scrutinised.

Observation Laboratory for other lifeforms

PHASE 2

Behutsame Transformation

Aufbauend auf der Observations- und Analysephase, widmeten wir uns der Suche nach kollaborativen Ausdrucksweisen in hands-on Workshops und an Expertiermentiertagen. Prozessziel war die Entwicklung von menschlichen und nicht-menschlichen Nachbarschaften, im Spannungsfeld von einheimischen und migrierenden Arten. Wir haben uns um die Pflege entdeckter Koexistenzen gekümmert, die Transformation von bestehenden Baukörpern für inklusives Zusammenleben ermöglicht oder etwa die Entscheidung gefällt Raum zugeben, nicht einzugreifen.

Careful transformation

Building on the observation and analysis phase, we dedicated ourselves to the search for collaborative modes of expression in hands-on workshops and expert mentoring days. The process goal was the development of human and non-human neighbourhoods, in the tension between native and migrating species. We took care of the maintenance of discovered coexistences, facilitated the transformation of existing structures for inclusive coexistence or, for example, made the decision to give space, not to intervene.

Rewildering Transformation

Radical Care One

Rewildering Architecture

Hydro Feminist Transformation

Nesting Spaces

Radical Care two

PHASE 3 

Lebendes Archiv

In dieser Phase ging und geht es um die Reflexion und Archivierung der gesammelten Artefakte und Geschichten. Das Prozessziel war die Entwicklung von menschlichen und nicht-menschlichen Nachbarschaften. Wir kümmerten uns um die Aufrechterhaltung der entdeckten Koexistenzen, erleichterten die Umwandlung bestehender Strukturen für ein inklusives Zusammenleben oder trafen zum Beispiel die Entscheidung, Raum zu geben und nicht einzugreifen. Wir mussten die Erfahrung machen, dass die Art und Weise, wie wir das Bassin sehen und was Pflege und Vermehrung der möglichen Artenvielfalt für die Arten bedeuten könnte, von der derzeitigen öffentlichen Pflegegesellschaft nicht unterstützt wird.

Living Archive

This phase is and was about reflecting and archiving the collected artefacts and stories. The process goal was the development of human and non-human neighbourhoods. We took care of the maintenan- ce of discovered coexistences, facilitated the transformation of existing structures for inclusive coexis- tence or, for example, made the decision to give space, not to intervene. We had to make the experience that the way we see the bassin and what care and multiplication of possible biodiversity could mean for the species is not supported by the current public maintenance company.

Living Archiving Workshop

Solidarisches Zusammenleben im urbanen Transformationsprozess wurde gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa und der Stiftung für Kulturelle Weiterbildung und Kulturberatung. Ein Teil von Draussenstadt.